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Full text: Enthaltend die urkundlichen Beilagen (2)

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Greifswald. Ältern, Vormünder, oder Studenten, können sich schriftlich oder mündlich an die Stu- 
dtencommission wenden, und deren Rath und Beistand nachsuchen; sie darf auch ex okllcio zutreten 
mit Warnung und Rath, wenn sie Jünglinge auf Abwege kommen sieht; bleibt dies fruchtlos, so 
hat sie dem Concilio Anzeige zu machen. Sie besteht aus den vier Erdecanen, dem Syndicus, und 
einem Protvcvllisten, und hält zu bestimmten Zeiten ihre Sitzungen. Die Commission soll auf alle 
Art und Weise bemüht sehn, die Liebe und das Vertrauen der Studirenden zu gewinnen, und ihnen 
bei jeder Gelegenheit zu bethätigcn, es sch diese Anstalt mit Nichten auf gehäßigen Zwang, sondern 
vielmehr lediglich darauf berechnet, die ihr empfohlenen Jünglinge, jeden in dein Fache welchem er 
sich gewidmet, und zwar aufs leichteste und geschwindeste, zu brauchbaren, würdigen und geachteten 
Gliedern des gemeinen Wesens zu bilden. In Bezug auf die zu hörenden Vorlesungen erkundigt 
sich das Directorium der Commission 1) nach den Hauptwissenschafte», welchen der junge Mann sich 
zu widmen gedenkt, und erinnert ihn, daß richtige Ordnung im Studieren der alleinige Weg zu gründ¬ 
lichen Kenntnissen sey, und auch am schnellsten zu deren Erwerbung führe. 2) Nach den übrigen 
Zwecken seines Aufenthalts auf der Akademie, und den Fortschritten, die er bis dahin auf der Bahn 
nützlichen Wissens gemacht; 3) nach der Absicht weswegen er studiert, sowie »ach der Zeit die er 
überhaupt auf Universitäten zubringen will oder kann. Nach diesen Erkundigungen entwirft die Com¬ 
mission einen zweckmäßigen Studienplan für den jungen Mann, und zwar viit gehörigem Rückblick 
auf den Umstand, ob der Jüngling seinen Lauf in Greifswald beginnt, oder auf anderen Universitäten 
bereits gewesen ist. Im ersteren Falle erstreckt sich der Studienplan auch auf die nothwendigen Vor- 
bereitungswissenschasten, Geschichte, Mathematik, Logik, Naturkunde, Methodologie oder Einleitung in 
sein Hauptstudium; im anderen Falle, wenn eö sich zeigt, daß er jene Anfangskenntnis schon gesammlet 
hat, geht der Plan lediglich auf die Fortsetzung des Hauptstudii. Übrigens bleibt es der Selbstwahl 
jedes Jünglinges selbst völlig überlaßen, bei welchem Lehrer er dieses oder jenes Collegium hören 
will oder nicht. In Bezug auf Fleiß und sittliches Verhalten der ihr anvertraulen Jünglinge 
muß die Commission gleichfalls, wo es nöthig wird, den irrenden vorladen, und sich von ihm das 
Gelöbnis unfehlbarer Beßerung geben laßen, unter väterlicher Ermahnung, mit Nachdruck und Ernst; 
alle Bitterkeiten und Stachelreden sind dabei strenge untersagt. Zeigt sich kein Erfolg, so muß sie es 
dem akademischen Senate melden. Wünschen die Altern auch eine Beaufsichtigung des Haushaltes 
des Studierenden, so achtet die Commission auf die Art und Weise, wie derselbe seine Unterhaltsgelder 
verwendet, und hält ihm erforderlichen Falles vor, wie die Unordnung im Haushalte und die Ver¬ 
schwendung unvermeidlich zu innerer Unzufriedenheit, Kummer, und Verlust deS Characters und der 
Ehre führen. Die Commission ist verpflichtet, dem Studierenden Zeugnisse auszustellen, worinn 
gesagt wird, wie lange er zu Greifswald studiert habe, welche Vorlesungen er hörte, mit welchem 
Fleiße und Erfolge dies geschah, und wie seine sittliche Aufführung auf der Universität war. Die 
Verordnung ist abgedruckt in Dähnerts Pommerschen Landesurkunden, Supplementband 4. S. 464 
— 475. Vergleiche oben den Visitationsrcces in nro. 242. 
bi ro. 245. so. 1803. kedrosr. 18. Gustav Benjamin von Spieren, Pastor zu Samtens 
auf der Insel Rügen, vermacht in seinem Testamente ein Capital von 3000 Thalern zur Unterstützung 
solcher Studenten der Theologie, welche Predigersöhne sind, wobei Predigersöhne aus Rügen oder 
Pommern allemal den Vorzug vor fremden haben sollen. Dies Spierensche Stipendium besteht noch , 
die Verleihung geschah nach dem Willen des Stifters anfangs durch das geistliche Consistorium zu 
20'
        

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