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Marienkirche zu Danzig . 
besonderer Tlieil hervortritt . Im Aeussern ist durch eine reiche Alles bedeckende Architectnr ein gerader schluss dargestellt . Die Nikolaikirche zu Anklam zeigt sich im Mittelschiff durch drei Seiten des Achtecks geschlossen , während die Seitenschiffe durch Polygone geschlossen sind , die über die Mauerflucht des Langhauses hervortreten . 
Bemerkenswerth scheint mir noch eine Anlage , die namentlich in den Danziger Kirchen sich zeigt und die die Bedachung betrifft . Um nämlich das Dach bei Anlagen mit drei gleich hohen Schiffen nicht zu bedeutend im Verhält - niss zur Kirche zu bekommen , wird es in drei Dächer legt , die der Länge nach neben einander die drei Schiffe bedecken , so dass auf den Pfeilerreihen Wasserkanäle stehen . 
So sind z . B . an der Marienkirche " zu Danzig das drei - schiffige Quer - und Langhaus bedeckt . Ueber der Kreuzung schneiden sich die Dächer . , in der Mitte sitzt ein Thurm ; Chor und Querschiff sind gerade abgeschlossen und die Fa^aden mit je drei Giebeln bekrönt , die den drei Dächern entsprechend beinahe gleich gross neben einander sitzen . Mehrere Thürme und Thürmchen vollenden das stische dieser Anlage , das mit der Euhe des Innern in starkem Widerspruche steht . 
Zur deutlichem Anschauung des Charakters des Stils und der Anlage sind auf Blatt I einige Ansichten von manischen , auf Blatt II , III und IV von gothischen Kirchen dargestellt . 
Auch von mittelalterlichen Profanbauten aus Backstein sind manche bedeutende erhalten . Die Anlage der häuser folgte hier der überhaupt im Mittelalter lichen . Die Häuser hatten geringe Breite , dagegen grosse Tiefe , so dass meist der Giebel reich geschmückt nach der Strasse gekehrt ist ; doch finden sich auch horizontal schlossene Fa9aden . 
In manchen Städten blieb zwischen je zwei Häusern einige Fuss breit Baum , so dass jedes Haus einzeln stand , was namentlich in Brandfällen vortheilhaft war . In ändern Städten sind die Häuser hart zusammengerückt , so dass bei Giebelhäusern immer auf der Trennungsmauer ein Kanal hinläuft , was allerdings manche Unannehmlichkeiten mit sich bringt , jedoch ebenfalls bei Feuersgefahr in so fern 
zweckmässig ist , als die Dächer getrennt sind und in der Rinne sich Baum für die Löschmannschaft ergibt . 
Die öffentlichen Gebäude , Eathhäuser und häuser , in denen sich die ganze Bürgerschaft als Gesammt - heit dargestellt sah , übertreffen die Bürgerhäuser an Grösse , Stattlichkeit und Reichthum ; reiche oft blind in die Luft ragende durchbrochene Giebel zieren sie und erhöhen nebst den sie schmückenden Hallen und Thürmen den malerischen Reiz , den diese Städte bieten . Das Rathhaus zu münde zeichnet sich besonders durch seinen herrlichen blinden Giebel aus ; die Rathhäuser zu Lübeck , Rostock , Stralsund zeigen ganze Reihen blinder Giebel , die frei in die Luft ragen , durch runde oder polygone Pfeiler getrennt , hinter denen die Dächer versteckt sind , und wodurch die Fa^ade fast die doppelte Höhe erhält . Das Rathhaus zu Thorn ist eine mächtige Baumasse mit vier horizontal geschlossenen Fa9aden und einem Hof in der Mitte . Ganz besonders das Rathhaus zu Danzig bildet mit seinem hohen Thurm und den in verschiedener Höhe sich den Bautheilen eine malerische Gruppe . 
Auch die Thore und Stadtmauern mit ihren Thürmen zeigen grosse Mannigfaltigkeit hübscher Bauanlagen . Die Thore sind in der Regel doppelt angelegt , so dass vor dem Thor noch ein Vorthor sich befindet , durch den hier brückten Stadtgraben getrennt . Das Hauptthor besteht aus einem grossen Thurm , der unten den Thorbogen enthält . Ueber diesem viereckigen Theile folgen dann runde , mit Zinnen umgebene ; die Thürme sind mit Erkern , Nischen , Galerien geschmückt , und mit einer hölzernen oder nernen Spitze bekrönt . Häufig auch wölbt sich der grosse Thorbogen zwischen zwei mächtigen Thürmen , die oberhalb durch Galerien verbunden sind . Manchmal ist auch das Thor statt mit einem Thurme blos mit einem niedrigeren Giebelbau bedeckt . Auch die Vorthore waren häufig wieder von Thürmen eingeschlossen . Zu den schönsten Thoren hört das Uenglinger und Tangermünder Thor zu Stendal ; einige Thore zu Tangermünde , das Burg - und Holstenthor zu Lübeck , Thore zu Wismar , Rostock u . s . w . 
Die Stadtmauern waren durch bedeckte und offene Gänge , durch Strebepfeiler , breite Bögen , auf niedern lern ruhend und stark vorspringend , verstärkt . Bei senderer Befestigung hatten die Städte mehrere Mauern vor einander , die durch Gräben getrennt waren . Die zwischen den Thoren in geringeren Abständen errichteten Thürme bildeten wieder festere Punkte für die Vertheidigung und geben jetzt noch , wo die Mauern meistens abgebrochen sind , dem Bild der Städte reiches Leben und Bewegung . 

I . Backsteine , Behandlung der Mauerflächen , Fussböden . 
Was das Material , die Backsteine selbst , betrifft , so sind diese in der Regel von ausgezeichneter Güte ; der Thon wurde gehörig durchgearbeitet , wo es nöthig schien , mengt und die Steine hart gebrannt . Sie sind meistens dun -
        

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