— 156 — Greifswald, und geschieht seit dem Aufhören desselben durch die Universität, da das Conssstorium aus Universitätslehrern bestand. Av. 1803. giebt der Greifswalder Professor Ernst Moritz Arndt sein Buch: Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen, heraus, worin er die Leibeigenschaft und das Legen der Bauern als unrecht und schädlich darstellt. Er wird beim Könige Gustav Adolf angeklagt, welcher aber, nachdem der Universitätscanzlcr, Freiherr von Essen, ihm Arndts Rechtserti- gungsgründe vorgelegt hat, erwiedert: „Wenn dem so ist, so hat der Mann Recht." Im Jahre 1806 hebt König Gustav Adols die Leibeigenschaft in Pommern und Rügen auf, mittelst Patentes aus Greifswalv vom vierten Juli. Siehe Arnvts Erinnerungen, S. 88—95. und Sonnenschmidl Sammlung der für Neuvorpommern unv Rügen in den Jahren 1802—1817 ergangenen Gesetze, Bv. 1. S. 279 — 282. IVro. L46. ao. 1815. Junius 7. ausgefertigt zu Wien. Die Krone Preußen und die Krone Schweden schließen einen Vertrag mit einander, vermöge dessen Schwedisch¬ pommern an die Krone Preußen übergeht, und von dieser die Erhaltung der Universität Greifswald in ihrem vollen Besitzstände gewährleistet wird. Anhang zur Gesetzsammlung für die Königlich Preußischen Staaten von 1818. S. 3S—46. Neunter Artikel. Seine Majestät, derKönig von Preußen verpflichtet Sich, die milden Stiftungen, und namentlich die Universität zu Greifswald, in ihrem gegen¬ wärtigen Zustande zu erhalten, und ihnen zu dem Ende den Genuß aller ihrer gegen¬ wärtigen liegenden Gründe, Capitalien und Einkünfte zu belaßen. Mittelst Patentes vom ersten Oktober 1815 entließ König Carl 13. die Bewohner Schwedischpom- mcrns ihrer Pflicht gegen die Krone Schweden: „Empfanget jetzt, da ihr von Schweden scheidet, den Ausdruck unserer tiefempfundenen Dankbarkeit, und heget die Überzeugung, daß wir die letzte der Verpflichtungen, welche eure Gesinnung gegen uns und das Vaterland uns auferlegt hatte, dadurch zu erfüllen glaubte», daß wir euch nunmehro mit einer Monarchie vereinigen, die gegenwärtig auf eine so vorzügliche Weise an den allgemeinen Angelegenheiten Enropens Theil nimmt: ja, daß wir euch dem Scepter eines Fürsten anvertrauten, dessen schützende und väterliche Hand über alle seine Unterthanen ausgestrcckt, und dessen Freude cs ist, die Rechte derselben heilig zu halten." Am 23sten October übergab zu Stralsund der Schwedische Generalleutenant Freiherr von Boye das Land an den Preußischen Oberpräsidenten Freiherrn von Ingersleben in Gegenwart der einberufenen Landesabgeordneten, zu welchen der Universitätsrector und einige der älteren Professoren gehörten. Die Erbhul¬ digung ward der Krone Preußen zu Stralsund am 16ten November geleistet durch die dazu einberufenen Landes¬ abgeordneten, unter welchen sich zwei Professoren der Universität befanden. Sonnenschmidt Sammlung der für Neuvorpommern und Rügen in den Jahren 1802 —1817 ergangenen Gesetze; Bd. 2. S. 355—363. Also ging die von Bogislav 14. bei seinem Abschiede an das Brandenburgische Haus gerichtete Bitte bei der Krone Schweden und bei der Krone Preußen in Erfüllung; siehe oben nro. 174.